Den eigenen Server zähmen — Teil 1: Vorbereitung und Zugang
Einen eigenen Server zu haben ist eine tolle Sache. Aber so groß auch die Möglichkeiten sind, ähnlich einschüchtern sieht die Einrichtung aus… aber - war es nicht auch so bei der ersten Programmiersprache, beim ersten Projekt?
Gucken wir hinter den Vorhang und zähmen wir dieses Biest.
Wähle deine Waffen
Dieses Tutorial bezieht sich auf einen Server, auf den wir Root-Zugriff haben. Ob es sich letztendlich um einen Cloud, Virtual, Root- oder wie er auch heißen
mag Server handelt, ist im ersten Moment egal. Ausgenommen sind die Managed-Server, da diese ja vom Hoster betreut werden und wir hier nicht alles machen können; ja gar nicht dürfen.
Getestet ist jeder Schritt mit einen vServer von Netcup - und dieses stellt keine Werbung da; da ich kein Geld von Netcup bekomme. Ich hätte auch einen von Hetzner, HostEurope, 1und1 oder einen der anderen Anbieter wählen können. Einen Beitrag über Server wird mit Sicherheit folgen und dort werde ich dann auch genauer auf die Ausstattung eingehen.
Mein Schatz
Dieser Abschnitt ist leider bei jedem Anbieter ein wenig anders - d.h. das Tutorial kann nicht immer 1:1 so angewendet werden und bezieht sich rein auf Netcup. Es sind aber auch nur wenige Schritte und ich denke, mit ein wenig Suchen sollte jeder in der Lage sein, sie umsetzen zu können.
Bei Netcup gibt es jedenfalls einen Bereich der SCP - ServerControlPanel heißt. Hier befindet sich eine Übersicht aller Server, die gebucht worden sind. Bei den meisten Anbietern wird es eine solche geben und weiterhin sollte es bei der Verwaltung eines Server eine Punkt wie Media geben.
Unter diesem kann man aus verschiedenen Medien wählen, die man dann auf den Server installieren kann; oft mit einer Bezeichnung Images oder Mount. Bei Netcup sieht es jedenfalls so aus:
Das weitere Tutorial bezieht sich jetzt auf 'Ubuntu 20.04LTS/Minimal'. Auch zu den Distributionen wird es noch einen kleinen Beitrag geben und es gibt gute und nicht so gute Gründe mal die eine, mal die andere zu verwenden. Mit Ubuntu kann man aber nicht so viel falsch machen und ein Vorteil liegt in einer großen Community… d.h. die meisten Probleme, auf die man so stoßen könnte ist schon beschrieben und daher wird man schneller Lösungen finden können.
Wählt man zumindest einen Image aus und drückt auf 'installieren', so wird man noch gefragt, ob man das System in zwei oder in eine Partition installieren möchte. Wir wählen eine große aus. Auch hier gibt es gute Gründe, warum lieber ein Setup mit 2 getrennten Partitionen gewählt werden sollte; auf der anderen Seite kann es Dinge aber auch erschweren, daher überlassen wir diese Option den Profis.
Jetzt müssen wir nur noch alles bestätigen und einen Kaffee oder Tee griffbereit haben, denn jetzt heißt es ein paar Minuten zu warten, bis alles installiert ist. Wir können die Zeit aber auch nutzen, um kurz eine Domain zuzuweisen.
Jeder Server besitzt eine IP. Jede Übersicht sollte einen Punkt 'Allgemein' besitzen, in der Informationen wie IPv4 und IPv6 bzw. die MAC und ähnliches zu finden ist. Hier holen wir uns eben genau diese beiden IP-Adressen und suchen nach einer Domain-Übersicht.
Auch hier wird jeder Anbieter einen anderen Weg gehen. Bei Netcup heißt er CCP - CustomerControlPanel. In der Domain-Auflistung gibt es zu jedem Eintrag einen Menu-Eintrag 'DNS'. Hier muss man ein wenig aufpassen, da man mit diesen Einträgen doch viel falsch machen kann. Ein Eintrag besteht aus einem Host, einen Typ und ein Ziel (Destination). Hier müssen wir 2 Einträge hinzufügen bzw. evt. ändern - auch dieses unterscheidet sich leider ein wenig von Anbieter zu Anbieter.
Als Host kann man oft '*' wählen, was für den eigenen DomainNamen steht. Hier aber aufpassen, evt. muss bei anderen Anbietern hier auch die gewünschte Domain eingetragen werden. Im Zweifel bitte erst den Support anschreiben und nachfragen. Unsere Einträge sind ein mal ein 'A' Eintrag und ein 'AAAA'. Im ersten tragen wir unsere IPv4 ein - zur Erinnerung, das ist die, die aus 4 Blöcken, unterteilt mit jeweils einem '.' und Zahlen zwischen 0 und 255 besteht
- wir kennen sie aus unserem lokalem Netzwerk oft als 192.168.0.1
Bei dem AAAA Eintrag müssen wir jetzt nur aufpassen, dass wir nicht versehentlich die MAC-Adresse verwenden. Diese wird genauso wie eine IPv6 mit : unterteilt, besteht aber immer aus 6 Gruppen á 2 Zeichen. IPv6 sind komplizierter haben in der Regel aber fast immer einen Block mit 4 Zeichen.
Haben wir diese beiden Einträge hinzugefügt, können wir uns wirklich unserem Getränk zuwenden und darauf warten, dass die Grundinstallation durch ist und wir unsere ssh-key fingerprints und das Passwort erhalten:
3072 SHA256:pMUWEv7PkAa7BBJwRnNIOYAYD26rVCh4/VwwLD86eTI (RSA) 256 SHA256:0/DKjoMw1Cc7ZxLEVj6KBCuETKcuoDu4acVN4x20MgM (ECDSA) 256 SHA256:Hu28qqJnev9igisO3LufDGI/jX9UTFEJx0GQP6BwoDI (ED25519) 3072 MD5:56:36:29:f9:b0:9a:ea:59:21:40:a6:ed:e9:8b:0a:98 (RSA) 256 MD5:8d:34:65:aa:b1:10:fe:b3:65:56:46:62:04:fd:81:76 (ECDSA) 256 MD5:2c:f5:73:1c:25:5d:45:81:80:cf:a4:86:9c:34:7a:e2 (ED25519)